Freitagspredigt 28.02.14

Bismillāhirrahmānirrahīm
[Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen]
„Welches Unheil euch auch immer trifft, es ist aus euer eigen Hand Fehlverhalten.“


Verehrte Gläubige,

Omar (a.s.) ging einst nach Syrien, um das Heer zu inspizieren. Abu Ubayda, der Heerführer, hatte ihm von der Seuche berichtet, die sich im Heer ausgebreitet hatte. Als Omar (a.s.) ins Heerlager angelangte, sagte er: „Ich will auf meinem Reittier übernachten, tut es mir nach.“ Abu Ubayda fragte ihn: „Willst du etwa den Taqdir Allahs umgehen o Omar?“ Dieser erwiderte: „Hätte ich diese Worte doch nicht von dir gehört! Ja, genau. Ich flüchte vor dem Taqdir Allahs wieder in Seinen Taqdir!“ [1]

Verehrte Geschwister,

kein Begriff demonstriert unsere Einstellung zum Leben so gut, wie die des Taqdir Ilahi, die Bestimmung oder der Wille Allahs. In allen möglichen Alltagssituationen sprechen wir Muslime davon, dass „Allah dies so bestimmt hat“, es war dann eben der Taqdir Allahs. Ein Sterbefall, eine unheilbare Krankheit, ein finanzieller Rückschlag, ja sogar, wenn wir beim Gehen stolpern: wir trösten uns in diesen Fällen mit den Worten: Taqdir Ilahi. Sicher erleben wir manchmal Situationen, vor denen wir völlig machtlos dastehen und uns da nicht raus helfen können. In solchen Fällen bleibt uns nichts anderes übrig, als uns in völliger Ergebung einzugestehen, dass wir es mit dem Taqdir Allahs zu tun haben: Seinem Gesetz, seinen Regeln, Seiner Sunna bzw. Seinem Willen. Und wir Menschen, wir formen unser Leben eben um diese Gesetze und Regeln, die Er uns als Rahmen gesetzt hat. Hierzu heißt es im Koran: “Sprich, uns widerfährt nur das, was Allah für uns bestimmt hat. Er ist unser Beistand. So sollen die Gläubigen keinem anderen vertrauen außer Ihm.” [2]

Verehrte Geschwister,

Allah möchte aber, dass Seine Diener in allen Lebenslagen zunächst ihre Vorkehrungen treffen, dass sie sich mühen und umsichtig sind. Dazu sind sie genauso verpflichtet, wie sie zum Ritualgebet, zum Hadsch, der Zekat und den anderen Gottesdiensten verpflichtet sind.

Verehrte Muslime,

denn zu den größten Gaben, die Allah uns beschert hat und mit denen wir die Prüfung in diesem Erdenleben zu meistern suchen, gehören unser eigene Wille, gehören unsere Präferenzen und unser Verstand. Gehen wir trotz diesem Rahmen, der uns gegeben ist, in einer Sache fehl, können wir die Schuld hierfür kaum auf den göttlichen Willen schieben. Schaden wir uns durch ein Fehlverhalten selbst, oder unserem Gegenüber, können wir die Verantwortung hierfür nicht auf den Taqdir Allahs wälzen. Für einen Verkehrsunfall, den wir verursachen, weil wir die Verkehrsregeln missachtet haben, sind wir selbst verantwortlich. Kommt dabei ein Mensch ums Leben, können wir uns nicht aus der Affäre ziehen, indem wir dies als Taqdir abtun. Dies wäre nur noch ein weiter Mord, diesmal am Begriff „Taqdir“!

Der eingangs vorgetragene Vers, will unsere Aufmerksam genau auf diesen Umstand lenken: „Welches Unheil euch auch immer trifft, es ist aus euer eigen Hand Fehlverhalten.“ [4]

[1] Buhârî, tıb, 30; Müslim, selam, 98.
[2] Tevbe, 9/51 .
[3] Şura, 42/30.
[4] Tirmizî, tıb, 21.

Mustafa Bektaş, Religionsbeauftragter in Lauda

 

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